A.G. für
Motorfahrzeuge (“Standard“ Motorräder)
Am 4. November 1931
gründeten die Besitzer der deutschen Standard-Fahrzeugfabrik GmbH,
Ludwigsburg in Oberwiesen die Aktiengesellschaft für Motorfahrzeuge. In
den Räumlichkeiten der heutigen Zaunfabrik Pletscher wurden aus von Ludwigsburg
zugelieferten Teilen Motorräder von 250 bis 1000 ccm montiert. Die
Standard-Motorräder waren zu diesem Zeitpunkt in Deutschland und der Schweiz
gut eingeführt. Als Tourenfahrzeuge waren sie beliebt und auf den Rennstreckenerrangen
sie Siege und Spitzenplatzierungen.
Als Antrieb wurden zum Teil
eigene Motoren Verwendet, mehrheitlich jedoch Schweizer Motoren der Marken
Motosacoche und MAG. Die Gründung der Schleitheimer Firma diente vermutlich
auch dem Zwecke, dass die MAG Motoren für Ludwigsburg über dieses Werk gekauft
werden konnten. Auf diesem Wege konnte wertvolles Kapital in harten
Schweizerfranken ausserhalb des krisengeschüttelten Deutschen Reichs
angesammelt werden. Diese Vermutung stammt daher, weil die Besitzer von den
Nationalsozialisten wegen Devisenvergehen verhört und mit einem
Gerichtsverfahren konfrontiert wurden.
Prospekt
von 1932

Die A.G. für Motorfahrzeuge
verbreitete bis 1932 die Standard-Motorräder auf dem Schweizermarkt.
Betriebsleiter in Oberwiesen war der Werkmeister Oskar Regler, ein von
Ludwigsburg delegierter bewährter Standard Mitarbeiter.
Im März 1932 übernahm die
Maschinenfabrik Gränichen AG die Betriebseinrichtungen und das Warenlager,
sowie die Marken- und Produktionsrechte für die Motorräder der Marke Standard
in der Schweiz. Die Maschinenfabrik Gränichen AG ging kurz zuvor aus der
konkursen AG J. Zehnder & Söhne
hervor, welche Motorräder bis 250 ccm herstellte (bekannt als “Zehnderli“).
Fortan wurden beide Marken in Gränichen produziert.
Die Schleitheimer Firma
wurde am 25. August 1934 liquidiert und am 3. Oktober 1935 aus dem
Handelsregister gelöscht.

BS
500 von Felix Mannhart 8832 Wollerau/SZ
Weiteres über die Standard erfahren Sie auf der Seite
www.standard-gutbrod.de
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