| Schleitheimer Artikel |
|||||
|
Seiten 24 - 30 |
|||||
|
im alles müglich. Gott hat dem Abraham geschworen einen eid / sagt die Schrifft / darumb das er beweise / das sein rhat nicht wancket / das ist / Es mocht im niemand seinem willen understahn und hindern / und darumb mocht er den eid halten / Wir aber mögen nichts / wie droben von Christo gesaget ist / das wie den halten oder leisten / darumb sollen wir nichts schweren. Nu sagen etlich weiter also / Es sey nit bey Gott verbotten zu schweren / in dem newen Testament / und doch im alten gebotten / Sonder sey allein bey den Himel / Erdrich / Jerusalem / und bey unserm Haupt verbotten zu schweren. Antwort / höre die Schrifft / Wer da schweret bey dem Himel / der schweret |
|
|
beydem stul Gottes / und bey dem der darauff sizet. Merck /
schweren bey dem Himel / ist verbotten / der nu ein stul Gottes ist / wie viel
mehr ist verbotten bey Gott selbs? Ir narren und blinden / was ist grösser /
der Stul oder der darauff sizet?
Noch sagen etlich / wann nu das unrecht ist / wann man Gott zu der warheit braucht / so habe Apostel Petrus und Paulus auch geschworen. Antwort / Petrus und Paulus zeuge allein das / welches von Gott dem Abraham durch den eid verheissen was / und sie selbs verheissen nichts / als die exempel klar anzeigen. Zeugen aber und schweren ist zweierley / Dann so man schweret / so verheisst man erst künfftig ding / wie |
|
|
dem Abrahe Christus verheissen ist worden / welchen wir lange zeit hernach entpfangen haben. So man aber zeuget / so zeyget man an das gegenwertig / ob es gut oder bös sey / wie der Simeon von Christo zu Maria sprach unnd zeuget / Sihe / dieser wirt gesezt zu einem fall und aufferstehung vieler in Israel / und zu einem zeichen dem widersprochen wirt. Dergleichen hat uns Christus auch gelert / da er sagt / Ewer rede sol sein ja / ja / und nein / nein / dann was uber das ist / ist von argem. Er sagt / Ewer rede oder wort sol sein ja und nein Das man nit verstahn wölle / das er die meinung zugelassen hab. Christus ist eynfeltig ja und nein / unnd alle die in eynfeltig suchen |
|
|
/ werden sein Wort verstahn/ Amen. Liebe Brüder und Schwestern im Herren / das sind die Artickel / die etlich Brüder bisher irrig / und den waren verstand ungleich verstanden haben / unnd damit viel schwacher gewissen verwirret / dadurch der nam Gottes gar gröslich verlestert ist worden / darumb dann not ist gewesen / das wir vereynigt sind worden im herrn / Gor sey lob und preis / wie dann geschehen ist. Nu / dieweil ir reichlich verstanden habt / den willen Gottes jez mal durch uns geoffenbart sein / wirt not sein / das ir den erkannten willen Gottes harriglich / unabgewelzt vollnbringen / Dann ir wisset wl / was dem Knecht zu lohn |
|
|
gehört der da wissentlich sündet.
Alles was is unwissentlich gethan und bekannt / haben unrecht gehandelt / das ist euch verzihen durch das gleubig Gebet / welches in uns in der versammlung verbracht ist für unser aller fehle und Schuld / durch die genedige verzeihung Gottes / und durch das blut Jesu Christi / Amen. Habent acht auff alle die nicht wandlen nach der einfaltikeit Göttlicher warheit / die in diesem brieffe begriffen ist von uns in der versammlung / damit jedermann geregieret werde unter uns / durch die regel des Bans / und furohin verhüt werde dee falschen Brüder und Schwestern zugang unter uns. Sondert ab von euch was bös ist / |
|
|
so wilder Herr ewer Gott sein / und ir wedent seine Sne und
Töchter sein.
Lieben Brüder seid eingedenck was Paulus seinen Titum vermanet / Er spricht also / Die heilsam gnad Gottes ist erschienenallen / und züchtiget uns /das wir sollen verleugnen das ungöttlich wesen / und die weltlichen lüste / und züchtigt / gerecht / und Gott selig leben in dieser Welt / und warten auff diesebige Hoffnung und erscheinunge der herrligkeit de grossen Gottes / und unsers heilandes Jhesu Christi / der sich selbs für uns gegeben hat / auff das er uns erlöset von aller Ungerechtigkeit / unnd reiniget ihm selbs ein Volck zum eigenthumb / das da eifferig were zu guten Wercken. Das bedencket / unnd |
|
|
seient des geübet / so wird der Herr des friedens mit euch sein. Der nam Gottes sei ewig gebenedeyet und hochgelobet / Amen. Der Herr gebe euch seinen frieden / Amen. Acta Schlatten am Randen auff Matthie / Anno M.D.XXVII. |